OSTEOPATHIE FÜR WERDENDE MÜTTER
Eine Schwangerschaft verändert den Körper von Grund auf. Der Bauch wächst, der Schwerpunkt verlagert sich nach vorne, hormonelle Umstellungen lockern Bänder und Gelenke, und das Becken bereitet sich auf die Geburt vor. Viele Frauen erleben dabei Beschwerden wie Rückenschmerzen, Beckengürtelschmerzen, Ischiasreizungen, Sodbrennen oder Schlafprobleme. Hier kann die Osteopathie eine sanfte Begleitung sein. Die Behandlung zielt darauf ab, Spannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern, damit sich der Körper besser an die Veränderungen anpassen kann.
Was ist Osteopathie?
Die Osteopathie ist eine manuelle Therapieform. Osteopathinnen und Osteopathen untersuchen und behandeln den Körper ausschließlich mit den Händen. Sie gehen davon aus, dass Strukturen wie Knochen, Muskeln, Faszien, Organe und Nervensystem eng zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Eine Einschränkung an einer Stelle kann deshalb Beschwerden an einer ganz anderen Stelle auslösen.
Wie läuft eine Behandlung ab?
Zu Beginn steht ein ausführliches Gespräch über den Verlauf der Schwangerschaft, bisherige Beschwerden und Vorerkrankungen. Danach folgt die körperliche Untersuchung, meist im Sitzen, Stehen oder in Seitenlage. Die Techniken sind sanft und werden an die jeweilige Schwangerschaftsphase angepasst. Eine Behandlung dauert in der Regel 45 Minuten.
Ab wann und wie oft?
Grundsätzlich ist eine Behandlung in jeder Phase der Schwangerschaft möglich. Viele Frauen kommen ab dem zweiten Trimester, wenn die Beschwerden zunehmen. Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, hängt von den Beschwerden ab, oft genügen einige wenige Termine.
Wichtige Hinweise
Osteopathie ersetzt keine ärztliche oder durch eine Hebamme stattfindende Betreuung. Bei Blutungen, starken Schmerzen, Fieber, plötzlichen Schwellungen oder Anzeichen einer Komplikation sollte immer zuerst ärztlicher Rat eingeholt werden. Informieren Sie Ihre Osteopathin oder Ihren Osteopathen über Ihre Schwangerschaft und achten Sie auf eine fundierte Ausbildung. Ob die Krankenkasse einen Teil der Kosten übernimmt, hängt von der jeweiligen Kasse ab, ein Blick in die Satzung oder eine Nachfrage lohnt sich.
Bei folgenden Beschwerden in der Schwangerschaft, zur Geburtsvorbereitung und nach der Geburt kann eine osteopathische Behandlung eine Erleichterung und Verbesserung des Wohlbefindens beitragen:
- Rücken-, Kreuzbein- und Beckenschmerzen
- Schmerzen im Schambeinbereich (Symphyse)
- Ischiasbeschwerden und ausstrahlende Schmerzen in die Beine
- Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und Verstopfung
- Atembeschwerden durch den Platzmangel im Brustkorb
- Wassereinlagerungen und schwere Beine
- Schlafstörungen und allgemeine Anspannung
- Vorbereitung des Beckens und des Körpers auf die Geburt